Die Macht der Dankbarkeit!

Wir sagen zu selten Danke! – Soweit nichts Neues.
Ringen wir uns dann doch zu einem „Danke“ durch ist das mehr eine antrainierte Floskel als ein Zeichen echter Dankbarkeit.

Wie wichtig es nicht nur für unsere Mitmenschen, sondern auch für uns selbst ist einfach mal „Danke“ zu sagen darf ich immer wieder aufs Neue erleben, so wie kürzlich beim Blutspenden.

Ich lag gemütlich auf einem dieser Rot-Kreuz-Feldbetten und drückte den Medizinball während ich einen jungen Rot-Kreuz-Mitarbeiter beobachtete. Er führte nahezu jede Minute das Handgelenk vor die Augen um die Uhrzeit zu checken und trippelte nervös durch den Raum. Dass er in diesem Moment gerne wo anders gewesen wäre und den Dienstschluss herbeisehnte war nicht zu übersehen. In diesem Moment wurde mir schlagartig so einiges klar. Nicht nur ich war hier zum „Blut spenden und Leben retten!“ sondern auch die Mitarbeiter, Ärzte und Krankenschwestern vom Roten Kreuz leisten großteils freiwillig und mit dem gleichen Ziel wie ich, Menschen zu helfen, Großartiges.

Sofort als er mich das nächste Mal ansprach hab ich mich bei ihm bedankt.
Einfach, offen und ehrlich.
Dafür, dass er in seiner Freizeit hier ist, sich freundlich und kompetent um die Spender kümmert und dadurch die Welt ein bisschen besser macht.

Seine Reaktion war unglaublich.
Dieser junge Mann der vermutlich wie auch wir alle eigene Probleme oder Sorgen hat und in seiner Freizeit alles Mögliche machen könnte hat sich SO gefreut über meine Worte, dass er plötzlich anfing zu erzählen. Davon, dass Blutspende-Aktionen so viel mehr Aufwand sind als man vermuten möchte. Dass er an diesem Abend noch ins LKH zur Blutbank fahren musste, dann noch zur Dienststelle und für ihn der Abend mit seiner Freundin erst beginnt wenn alles erledigt ist und die Uniform im Spind hängt.

Die restliche Zeit in diesem Turnsaal machte er einen entspannteren und glücklicheren Eindruck.
Warum?
Weil kein Lohn der Welt größer ist als ehrliche Anerkennung und Dankbarkeit.

Vielen Dank, für die Blumen… 🙂

Warum also fällt es uns so schwer ehrliche Dankbarkeit zu empfinden?

Ich ertappe mich selbst oft dabei, dass ich es nicht schaffe einfach nur dankbar zu sein. Tut ein lieber Mensch mir was Gutes hab ich sofort das Gefühl in seiner Schuld zu stehen und ihm folglich auch irgendetwas Gutes tun zu müssen um wieder quitt zu sein. Tut mir jemand ungefragt einen Gefallen den ich eigentlich nicht gebraucht hätte geht dieses Gefühl der „Schuld“ sogar so weit, dass ich sauer auf denjenigen bin der mir eigentlich nur einen Gefallen getan hat.

Dinge annehmen zu können ohne sich selbst gleich mit einer Art „Zwang zur Gegenleistung“ zu belegen ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. Schamlos und ohne Minderwertigkeitsgefühl anerkennen zu können, dass derjenige der mir geholfen hat auf diesem Gebiet mehr weiß/kann als ich selbst ist gleichermaßen erleichternd wie erfüllend. Tiefe Dankbarkeit zu empfinden für das eigene Leben, für den Partner oder was uns sonst glücklich macht ist eine wundervolle Fähigkeit.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass dankbare Menschen nicht nur glücklicher und aktiver sondern auch gesünder sind. Das Schreiben einer Dankeskarte kann sich bis zu Wochen lang positiv auf den eigenen Gemütszustand auswirken.

Am Anfang steht dabei die Erkenntnis, dass das eigene Leben weit besser ist, als man bis dahin geglaubt hat.

4 Gedanken zu “Die Macht der Dankbarkeit!

  1. „Am Anfang steht dabei die Erkenntnis, dass das eigene Leben weit besser ist, als man bis dahin geglaubt hat.“ Sehr schönes und treffendes Fazit, finde ich!🙂 Was meiner Meinung nach auch stimmt: die Energie fließt immer dorthin, wohin ich meine Aufmerksamkeit richte. Da ist es doch durchaus angenehm, wenn das die Dinge/ Menschen/ Situationen sind, für die ich ehrlich dankbar sein kann und nicht die, über die ich mich ärgere. Danke für den schönen Beitrag wieder!🙂 Sarah

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