Mit Bärten und Gebrüll für den Maskulinismus!

Maskulinismus – schon mal gehört?
Ich auch nicht!

Vielleicht aus dem Grund, dass seine große Schwester, der Feminismus, immer weiter wächst und bereits so viel Platz einnimmt, dass sich der Maskulinismus heulend in die Ecke stellt und dort wimmernd auf weibliche Instruktionen wartet.

Würde dieses Thema nur mich und meinen Mann betreffen würden mich vermutlich die ganzen Demos und Shitstorms nur ein lächelndes Augenrollen kosten. In der Realität habe ich aber einen Sohn der noch viele Jahre lang „seinen Mann stehen muss“. Aus diesem Blickwinkel betrachtet erfüllen mich die Entwicklungen, was den Feminismus betrifft, mit Sorge.

Männer und Frauen streben gleichermaßen nach Gleichberechtigung aber wir sind nun mal nicht gleich. Bewerft mich mit imaginären Steinen aber die Entwicklung, dass Mann und Frau nur ein gesellschaftliches Konstrukt darstellen ist noch weiter an der Wahrheit vorbei als die Rede eines Politikers im Wahlkampf.

Männer und Frauen sind Männer und Frauen.
Zwei verschiedene Geschlechter die, wenn sie aufhören einander zu bekämpfen und Anfangen zusammen zu arbeiten, Großartiges erreichen können.

Trotzdem drängt sich mir manchmal das Gefühl auf, dass Männer sich alleine dadurch, dass sie Männer sind schon schuldig fühlen.
Schuld daran, dass in der Vergangenheit Frauen unterdrückt wurden, und daran, dass Männer und Frauen oftmals nicht gleich bezahlt werden.

Das bisschen Arbeit macht sich von allein, sagt meine Frau…!

Das bisschen Arbeit macht sich von allein sagt meine Frau,
Und dann noch Haushalt kann so schwer nicht sein sagt meine Frau,
Wenn meine Frau sagt, dass ich das kann, dann muss ichs machen ich bin doch nur ein Mann!

Die Ansprüche an unsere Männer werden immer höher, während wir Frauen dazu übergegangen sind unseren Beitrag auf „einfach Frau sein“ reduziert haben – und das wird akzeptiert.
Jedes Mal, wenn ich wieder von einer Demonstration für Frauenrechte lese wird eine Frage in meinem Kopf immer lauter:

Was zur Hölle wollen die Frauen eigentlich?

Seit mehr als 25 Jahren bin ich selbst eine Frau und hatte noch kein einziges Mal das Gefühl dadurch irgendwie benachteiligt zu sein. Vielleicht weil ich einfach nicht ständig auf der Suche nach Beweisen dafür bin, dass es allen anderen so viel besser geht als mir?

Bis in die Mitte der sechziger Jahre war Verhütung teilweise verboten. Von Kondomautomaten oder der Pille noch garkeine Rede. Die Markteinführung der Pille war dann ein bahnbrechendes Ereignis, dass in ganz Europa von allen Frauen gefeiert wurde. Endlich hatten es die Frauen in der Hand, wann und wie viele Kinder sie zur Welt bringen wollen.

Die damalige Freude und Dankbarkeit ist längst in Vergessenheit geraten. Mittlerweile verziehen Frauen genervt das Gesicht wenns um Verhütung geht und fühlen sich (mal wieder) benachteiligt weil Verhütung häufig Frauensache ist.

Also nochmal zum mitschreiben: Als Frauen noch davon abhängig waren, dass Mann beim Sex aufpasst um Schwangerschaften zu verhindern fühlten sie sich (zu recht) benachteiligt. Heute haben Frauen die volle Macht über ihre Fruchtbarkeit – fühlen sich aber wieder benachteiligt, weil sie sich selbst drum kümmern müssen.

Frauen die ständig damit beschäftigt sind nach Gründen zu suchen sich benachteiligt zu fühlen helfen ihrem Geschlecht damit nicht wirklich weiter. In meinen Augen gibt es nichts was weniger kraftvoll und weiblich ist als die Lebensphilosophie zu verfolgen immer das Opfer zu sein und den anderen (vorwiegend den Männern) die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben.

Liebe ist…!

Wenn Singlefrauen es als notwendig ansehen oben ohne vor Öffis zu springen um auf Feminismus-Themen aufmerksam zu machen ist das ihr gutes Recht. Wer mir besonders Leid tut sind Männer in Beziehungen in denen die Frau meint all ihren (selbst gemachten) Frust über Feminismus-Themen auf ihren Mann projezieren zu müssen.

Eines sollte man dabei aber nie aus den Augen verlieren.

Liebe ist – sich treu zu bleiben!

Wenn man seinem Partner und sich selbst mit ruhigem Gewissen und voller Liebe in die Augen schauen kann ist man, unabhängig davon wer die schmutzigen Socken wäscht, auf einem guten Weg.

3 Gedanken zu “Mit Bärten und Gebrüll für den Maskulinismus!

  1. Es wundert mich, dass du zu diesem Thema nicht haufenweise Kommentare bekommen hast. Ich hätte ja erwartet, dass nun bei diesem Thema ein ganz schöner Shitstorm folgt. Ich kann nur sagen: Hut ab! Besser hätte ich es nicht schreiben können. Ja … Frauen werden ab und an benachteiligt. Männer aber auch. Und wie du schon schreibst, eine Frau ist eine Frau und ein Mann eben ein Mann. Ich hätte beispielsweise auch gerne gehabt, dass mein Mann mir die Schwangerschaft abnimmt. Geht nicht. So ein Mist! Soll ich mich nun benachteiligt fühlen? Oder er vielleicht? Nun gut … du siehst, wie ich zu diesem Thema stehe. Ich lese so gerne von dir 💕 Liebe Grüße, Vreni

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    1. Danke! 🙂 Für deinen Kommentar voller wertvollem Input!
      Obwohl es via Facebook und vor allem im Messenger einiges an grenzwärtigen Kommentaren gab hat sich der Gegenwind wirklich in Grenzen gehalten! Im Nachhinein betrachtet sind es wohl weniger die Inhalte die mir bei Demos aller Art sauer aufstoßen sondern die Herangehensweise 😀
      Das Nörgeln wegen Problemen die keine wären würde man keine draus machen ist es was mich wirklich teilweise ärgert!
      Auf jeden Fall freue ich mich sehr über dein Feedback und darauf bald wieder was von dir zu lesen!
      Alles Liebe ❤

      Gefällt 1 Person

  2. „Vielleicht aus dem Grund, dass seine große Schwester, der Feminismus, immer weiter wächst und bereits so viel Platz einnimmt, dass sich der Maskulinismus heulend in die Ecke stellt.“
    Zu gut ausgedrückt! Beide Seiten werden benachteiligt.. nur auf anderen Gebieten.

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