Hast du gehört und sag mal wusstest du schon, nämlich…

Ist das nicht herrlich?
Gemeinsam so richtig abzulästern. Jemand anderen verbal bei den Ohren zu schnapppen und ordentlich durch den Kakao zu ziehen. Oder ihn über dem Feuer der eigenen Unzufriedenheit zu rösten?

Man fühlt sich gleich um einiges größer und das eigene Leben wirkt vergleichsweise gar nicht mehr so übel. Außerdem gibt es nichts verbindenderes als gemeinsame Ablehnung. Wenn wir jemanden nicht mögen (ganz gleich ob wir ihn kennen oder nicht) neigen wir dazu bei Erzählungen über denjenigen nur die Hälfte zu hören, ein Viertel davon zu verstehen aber im Anschluss das Doppelte weiter zu erzählen.

Obwohl ich nach der Pubertät die kindliche Freude am gemeinsamen Ablästern irgendwo verloren habe kann ich mich noch gut an das erhabene Gefühl erinnern das ich hatte, wenn ich meiner Freundin ein verschwörerisches „…du glaubst nicht was ich dir erzählen muss…“ ins Ohr genuschelt hab.

Die Gerüchteküche ist gleich hinter dem Geredeschuppen!

Vor einiger Zeit komm ich dann mit jemandem ins Gespräch, der am anderen Ufer des Meeres aus Klatsch und Tratsch steht. Auf der Seite derjenigen die nicht nur durch den Kakao gezogen, sondern auch darin untergetaucht werden bis sie panisch fuchtelnd nach Luft ringen. Und ein Satz in diesem Gespräch hat mir sehr zu denken gegeben „Ich würde gern mal eine Bank überfallen – weißt du warum? Weil ich einmal im Leben eine auf den Deckel kriegen will für etwas, das ich tatsächlich gemacht hab! Nach den vielen Dingen für die ich in den letzten Jahren gerade stehen hab müssen mit denen ich nicht mal im entferntesten etwas zu tun hatte, wäre es mir eine Freude im Gefängnis zu sitzen in dem Wissen: „Ja – ich habs tatsächlich selbst gemacht!„.

Nicht an dem Ufer zu stehen wo immer neue spannende Gerüchte hineingekippt werden, sondern an dem wo der ganze Müll angespült wird ist alles andere als angenehm. Zumal, bis der ganz Gerüchte-Müll das Meer überquert hat und am anderen Ufer angespült wird, Tage/Wochen/Monate vergehen. Zeit in der man hilflos dem ausgeliefert ist was alle anderen längst wissen.

Auch wenn jetzt viele denken „Ich tu ja nix böses. Ich hab nur gesagt es hat so ausgeschaut als würde….oder ich glaube sie haben…!“
Es ist nicht der Inhalt der verbreiteten Gerüchte der am meisten schmerzt.
Es ist die Hilflosigkeit mit der man der Eigendynamik der Gerüchte ausgeliefert ist. Sich nicht verteidigen oder wehren zu können bzw. im schlimmsten Fall keine Chance mehr zu kriegen sich zu erklären muss furchtbar sein.

Darum: Sprich nie ein falsches Wort, womit du jemand kränkst, es trifft vielleicht sein Herz, viel tiefer als du denkst!

Große Leute sprechen über Ideen. Durchschnittliche Leute sprechen über Dinge. Kleine Leute sprechen über Leute.

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