Von tollen Hechten und Meer(jung)frauen

Jedes Jahr ist es das Gleiche, überall entblößte Bäuche!!
Nein ich rede nicht etwa von einem Bauchtanzkurs oder ähnlichem, sondern vom Nabel der Welt während der Sommermonate: dem Freibad.

Toller Hecht

In der Zeit zwischen Mai und August verwandelt sich der durchschnitts Mann vom alltagstauglichen Normalo zum tollen Hecht. Da wird selbst die spärlichste Brustbehaarung rasiert bzw. die Haare am Kopf perfekt arrangiert und mit Gel festgeklebt (wasserfestes Haargel, versteht sich). Wie ihr ja wisst ist der Hecht nicht nur ein Speise- sondern auch ein Raubfisch. Hat der tolle Hecht also potenzielle Beute entdeckt stürzt er sich mutig mit einem Kopfsprung in die Fluten. Natürlich nicht ohne sich vorher zu vergewissern, dass auch alle Blicke auf ihn gerichtet sind. Wenn er damit fertig ist anmutig durchs Wasser zu gleiten und sich lächelnd durch die nassen Haare zu streichen steigt er aus dem Wasser. Mit selbstbewusstem Blick, angespannter Brustmuskulatur und eingezogenem Bauch. Erst wenn er sichergehen kann, dass ihm niemand zuschaut lässt er den Bauch mit einem Seufzer der Erleichterung wieder an seinen normalen Platz zurück-schwappen.

Photo by Daniel Lazarov on Pexels.com

Meer(jung)frauen

Bei Frauen ist der Freibad-Balz-Trieb bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei Männern. Frauen sitzen am Beckenrad und lassen die Beine ins Wasser baumeln 🙂 Meistens am Sportbecken, dort wo andere Menschen lieber in Ruhe ihre Längen als einen Slalom um baumelnde Beine schwimmen möchten. Während sich die Meer(jung)frauen also am Beckenrand räkeln werfen sie neidische Blicke auf die Konkurrenz. Ob der Neid den Frauen gilt die ihren makellosen Körper zur Schau stellen, oder all jenen die ohne schlechtes Gewissen das Leben in ihrem nicht makellosen Körper genießen konnte bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. Von der Show der tollen Hechte zeigen sich die Meerjungfrauen meist unbeeindruckt. Singen um Männer anzulocken oder sich auf einem Stein sitzend die Haare kämmen tun die wenigsten 🙂

Photo by bruce mars on Pexels.com

Ich…

Ich zähle nicht zu den Meerjungfrauen. Alleine schon deswegen weil mir das mit der Jungfrau als Mutter zweier Kinder wohl niemand mehr abkaufen würde. Die Geschichte mit unbefleckter Empfängnis und so würde heute auch nicht mehr ganz so leicht durchgehen als noch vor 2000 Jahren.

So sitze ich also eher einer Robbe ähnelnd am Babybecken und schau den Kindern beim Spielen bzw. den Hechten und Meerjungfrauen beim Balzen zu. Den Bauch halte ich in die Sonne. weil Speck bekanntlich braun und knusprig um einiges beliebter ist.

Die Angst, dass ich mit nassen Haaren Locken kriegen oder meine Wimperntusche verschmieren könnte habe ich längst hinter mir gelassen.
Gestern hab ich dann was erlebt das mir gezeigt hat, dass ich eindeutig nicht mehr zum potenziellen Hechtfutter tauge.

Während ich im Becken herumgetümpelt bin, gesellte sich ein Hecht an den Beckenrand und checkte die Lage. Nachdem er alle Anwesenden genauestens unter die Lupe genommen hatte entschied er sich ins Wasser zu gehen. Stufe für Stufe, langsam und vor Kälte schnaufend. In Anbetracht des Publikums hat er wohl entschieden, dass sich der Aufwand eines kühnen Hechtsprungs nicht lohnt und er auch gleich gut wie ein totaler Lappen ins Wasser gehen kann.

Photo by Skitterphoto on Pexels.com

2 Gedanken zu “Von tollen Hechten und Meer(jung)frauen

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