Aus Kindern die nichts dürfen werden Erwachsene die nichts können!

Wie viel kann man seinen Kindern zutrauen? Und wie viel, ist zu viel? Eine Diskussion, die ich mit meinem Mann tagtäglich aufs neue führe. Um ehrlich zu sein, ich bin des Kämpfens diesbezüglich wirklich schon müde. Trotzdem ist es mir ein Anliegen, dass unsere Kinder nicht durch „Erziehung“ davon abgehalten werden zu Leben.

Vertrauen oder Fahrlässigkeit?

Ich nenne es Vertrauen, mein Mann nennt es fahrlässig. Unser dreijähriger Sohn will auf eine Leiter steigen – im Garten – rundherum weiches Gras – ich stehe hinter der Leiter. Und trotzdem startet wieder von neuem die Diskussion, dass Papa der Meinung ist ein Dreijähriger sollte nicht auf eine Leiter steigen. Aber wann soll er es lernen, wenn nicht Zuhause im Garten, im geschützten Rahmen? Ich bin der Meinung, dass man immer Nutzen/Risiko abwägen sollte. Darf er auf die Leiter steigen, fühlt er sich groß, hat ein Erfolgserlebnis, und die Leiter verliert ihren „verbotenen Reiz“. Er lernt die Stufen hinauf zu steigen und auch wieder herunter zu klettern. Selbst wenn er abrutschen sollte, stehe ich noch immer dahinter. Fällt er trotz allem herunter, dann landet er in der Wiese. Dass er sich dabei alle Knochen bricht ist nahezu auszuschließen.

Verbiete ich ihm allerdings die Leiter hinauf zu steigen, vermittle ich ihm, dass seine Mama ihm nicht zutraut die Stufen zu erklimmen. Er fühlt sich mies, meckert, wir streiten. Sollte dann eines Tages doch unabsichtlich die Leiter stehenbleiben und er alleine in den Garten gehen, kann man sich vorstellen was er als erstes tun wird. Er wird alleine auf die Leiter steigen. Hastig und unvorsichtig, weil es eigentlich verboten ist. Rutscht er dann ab und fällt dort herunter wo die Leiter eben gerade steht, könnte er sich wirklich ernsthaft verletzen.

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Vertrauen – Selbstvertrauen

Das Beispiel mit der Leiter ist nur eines von vielen. Aber was passiert mit Kindern, denen immer wieder signalisiert wird: „Lass das bleiben, du schaffst das eh nicht!“?

Menschen denen immer wieder vermittelt wird, sie könnten garnichts schaffen oder bewältigen verlieren irgendwann das Vertrauen in sich Selbst. Beziehungsweise bauen Kinder garnie ein richtiges Selbstbewusstsein auf. Die Eltern und deren Meinung haben großen Einfluss auf die Kinder. Nach einigen Jahren der „Erziehung“ und des „Beschützens“ haben Kinder dann verinnerlicht, dass sie nichts schaffen können und probieren es erst garnicht mehr.

Ich bin mir sicher, Eltern die ihre Kinder vor allem beschützen wollen meinen es gut und wollen nur das Beste für ihr Kind. Das ist Klasse!
Natürlich bin ich auch nicht dafür einem Kleinkind die Brotschneidemaschine alleine zu überlassen. Aber man sollte doch vorsichtig sein, mit dem vorischtig Sein. Die Vorsicht darf niemals soweit gehen, dass man einen anderen Menschen daran hindert zu leben und sich zu entwickeln.

Eigentlich finde ich es sogar sehr wichtig, dass Kinder probieren dürfen und selbst lernen, wann man vorsichtig sein muss. Wenn mein Sohn sich weigert Schuhe zu tragen, dann zwinge ich sie ihm jetzt im Frühling nicht auf. Wenn er in eine Brennessel tritt wird er merken, dass er mit Schuhen auf jeden Fall bessser dran gewesen wäre und beim nächsten Mal aus eigener Erfahrung wissen, dass Schuhe schützen.

Erfahrung

Den Nutzen den Kinder aus eigenen Erfahrungen ziehen, kann man durch nichts aufwägen. Kinder sollen verstehen und erleben dürfen, warum manche Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll sind. Kein aufgeschürftes Knie und kein Brennessel-Juckreiz ist schlimmer, als den Schaden der entsteht, wenn man sie durch „Erziehung“ daran hindert zu leben!

Ein Gedanke zu “Aus Kindern die nichts dürfen werden Erwachsene die nichts können!

  1. xxl mum

    Super Beitrag!
    Habe bei meinen Kindern auch sehr auf ihr Fähigkeiten vertraut und bin fast immer gut damit gefahren. Sie haben sich zu selbstbewussten und geschickten reifen Menschen entwickelt.
    Allerdings ist das schon eine Generation her. Heutige Mütter tun mir sehr leid, denn das „Überbeschützen“ ist schon fast ein Muss!!!!!
    Allein die Schutzkleidund die angeboten wird ist gigantisch. Einlaufen kann nicht lustig sein, wenn das Kind wie ein Hockeyspieler verpackt ist. Mit dem Minirad für 2 jährige unterwegs, Helm,Knie und Ellbogenschoner, Rückenprotektor….

    Natürlich hatten meine Kinder blutige Knie, einige Beulen am Kopf, Stanleymesserschnitte…..
    Beim nächsten Versuch waren sie vorsichtiger und hatten dann ein Erfolgserlebnis.
    Liebe junge Eltern hört auf euer Bauchgefühl und traut euren Kindern was zu. Und liebevoll erklärte Verbote von wirklich gefährlichen Dingen werden sie dann ganz einfach verstehen und auch befolgen.

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