Ich will meinem Kind schon was bieten können…

„Ich will meinem Kind schon was bieten können…!“ Ein häufig verwendetes Argument, wenn es darum geht, ob man früher oder später mit der Familienplanung beginnen sollt. Mal abgesehen davon, dass es auf diese Frage keine pauschal gültige Antwort gibt, ist es sowieso jedem selbst überlassen, wie er sein Leben und die Familiengründung plant.
ABER: Dieses Argument klingt meistens so, als könnte man seinem Kind als junge Mutter/junger Vater nicht das bieten was es braucht. Und das stimmt so ganz und garnicht.

Geld regiert die Welt!

Wie überall geht es auch bei diesem Thema vorrangig ums liebe Geld. Ist ja auch nicht ganz unessentiell, wenn man plant eine Familie zu gründen. Schließlich fällt das Einkommen eines Partners weg, sobald einer von beiden Zuhause bleibt um sich um den Nachwuchs zu kümmern. Aber wie viel muss man seinen Kindern finanziell wirklich bieten können? Ist es wichtig, ob man einen Markenstrampler oder einen weitergegebenen Strampler vom Nachbarskind trägt? Wohl kaum. Und wenn es wichtig ist, dann eher für das Ego der Mutter als für das Wohlergehen des kleinen Rackers. Braucht man wirklich viel Geld, um ein glückliches Kind großzuziehen? Die Grundbedürfnisse Nahrung, Kleidung, Dach über dem Kopf können immer erfüllt werden. Egal in welcher Einkommensklasse die Eltern stehen.

Ich traue mich sogar zu behaupten, dass es nicht gut für ein Kind ist, wenn die Eltern zu viel Geld besitzen und dadurch zu viel Geld in ihren Nachwuchs „investieren“. Das Angebot an unnützen, überteuerten Sachen für Kinder ist riesig. Der dadurch entstandene Markt beeindruckend. Englischkurse für Säuglinge oder musikalische Früherziehung für drei Monate alte Kinder kosten schnell mal 45€pro Schulstunde (50 Minuten). Nichts ist zu teuer für den Nachwuchs, schließlich muss das Kind ja gefördert werden. Außerdem gibt es gefühlt 40 verschiedene Arten von Babybadewannen, Schnullern, Lauflernwagen etc. Die Preisunterschiede sind immens, die Qualität sehr ähnlich, der Nutzen fraglich.

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Erfahrung

Natürlich stimmt es, dass ein Mensch mit 30 reifer und erfahrener ist als er es mit 18 war. Aber die Art von Erfahrung die man braucht um Kinder groß zu ziehen, kann man nicht sammeln solange man noch keine eigenen Kinder hat. 🙂 Das Angebot an Ratgebern und Leitfäden ist groß, aber wirklich vorbereiten kann man sich auf den Lebenswandel „Elternzeit“ nicht. Ich wage hier zu behaupten, dass die Umstellung und der Lernprozess derselbe ist, egal ob man 18 oder Ü30 ist. Die lustigsten Geschichten schreibt das Leben selbst, egal ob mit viel Erfahrung, oder ohne.

Liebe!

Ja klar, ein Kind braucht Liebe. Weiß ja jeder!
Was Liebe wirklich bedeutet, und wie schwierig es manchmal sein kann diese auch zu zeigen weiß man erst, wenn man selbst Kinder hat.
Die Kunst der bedingungslosen Liebe besteht darin Liebe zu zeigen, auch wenn der Sprössling sich von einer nicht so freundlichen, bedürftigen Seite zeigt. Das ist bedingungslos. Und das ist auch, worauf es ankommt. Die Fähigkeit zu Lieben und diese seinem Kind auch zu zeigen ist das allerwichtigse im Umgang miteinander. Alles was mit Liebe geschieht, kann nie ganz falsch sein. Die Fähigkeit zu lieben und diese auch zu zeigen wohnt tief in uns. Mit dem Alter, hat das nichts zu tun.

Geborgenheit

Geborgenheit ist auch ein Wort, das oft vorkommt. Aber was meint man eigentlich damit? Geborgeheit bedeutet Sicherheit, Schutz, Wärme und Nähe. Es bedeutet sich angenommen und geliebt zu fühlen so wie man nun mal ist. Ein Kind, das Zuhause einfach nur es selbst sein darf mit dem tiefen Vertrauen in der Familie immer geliebt und willkommen zu sein – das ist Geborgenheit. Die Familie als sicherer Hafen aus dem man aus- und wieder einlaufen kann egal zu welcher Zeit – das ist Geborgenheit. Wie bei der Liebe, ist auch Geborgenheit zu schenken eine Fähigkeit, die nichts mit dem Alter zu tun hat.

Wenn nicht jetzt? Dann eben später – oder nie!

Egal wann, und aus welchen Beweggründen man sich dazu entscheidet eine Familie zu gründen: Jeder sollte das tun, was sich richtig anfühlt. Wenn ich mich jetzt noch garnicht bereit dafür fühle Eltern zu werden, dann kann ich das getrost auf später verschieben. Wenn der Wunsch nach einer eigenen Familie groß, und die Rahmenbedingungen da sind – warum warten?
In jedem Fall sollte man seinem Kind was bieten können 🙂 und zwar die Dinge, die man nicht erst mit dem Alter erlangt.

3 Gedanken zu “Ich will meinem Kind schon was bieten können…

  1. johanna

    Vor Allem sind für Kinder die Dinge wichtig: Liebe, Geborgenheit…. die es nicht für Geld zu kaufen gibt.
    Diese Grundbedürfnisse sollen die Eltern (egal wie alt) in ihrer eigenen Kindheit erfahren haben.
    Mit einem Grundstock an geborgener Kindheit kann man seinem Kind sehr viel biete, egal wie reich, gebildet, begabt…..

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  2. Wie du schon sagst, ist ein gewisses finanzielles Polster schon gut, wenn man Kinder haben möchte. In meinem Bekanntenkreis kenne ich aber eine Familie, die 2 prächtige Kinder großgezogen haben und das unter größten finanziellen und gesundheitlichen Schwierigkeiten. Sie haben ihren Kinder so viel Liebe und Rüstzeug mitgegeben, dass sie zu sehr starken Persönlichkeiten herangewachsen sind.
    Vielleicht ist das neben Liebe und Zeit auch noch so ein Faktor, den man seinen Kindern mit auf den Weg geben könnte: Die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen.
    LG
    Sabienes

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