Hört auf euch (und eure Kinder) zu ernähren und fangt wieder an zu essen!

Vermutlich werde ich für diesen Beitrag verbal gesteinigt und mit Schmutz beworfen, aber was solls. Was raus muss, muss raus!

Einfach essen von Anfang an? – gar nicht so einfach!

Jetzt als Mama bin ich ja total in die „Mütter-Szene“ involviert. Was mir da manchmal an Essens-Weisheiten um die Ohren geklatscht wird raubt mir zwischendurchl den Atem.
Kinder werden nicht mehr bekocht sondern ernährt. Streng nach Speiseplan und meistens auch nach irgendeinem Ernährungsprinzip. Gegessen werden darf fast nichts, und schon garnicht das worauf man Lust hat. Zucker ist mit Arsen gleich zu stellen und alles was nicht den neuesten Trends entspricht darf keinesfalls auf dem Teller landen.
Kuh-Milch ist tabu, dafür muss halt die Soja-Milch aus Übersee herhalten. Schwermetall- und Mineralöl-belastet wie kein anderes Lebensmittel – aber hauptsache es ist keine Laktose enthalten.
Ein paar Jahre später dann das böse Erwachen beim Arzt: Laktoseintoleranz? Welch Überraschung!“
Ähm nein, eigentlich keine so große Überraschung.

Ich bin keine Pädagogin und auch keine Diätologin, aber trotzdem lässt mich ein Gedanke nicht los. Was produzieren wir als Eltern mit all unseren Verboten?
Mit so strikten Verboten schüren wir das Verlangen und das Interesse an diesen Lebensmitteln. Eines Tages werden die Kinder größer, irgendwann kommen sie mit Süßkram, Ketchup und all den anderen Schrecklichkeiten in Kontakt. Und dann kommt es oft zu Situationen (hab ich selbst erlebt) in denen die Kinder dann den anderen allen Süßkram wegessen, weil sie den Umgang und das Maß nicht gelernt haben. Ist das wirklich zielführend?

Ich will damit nicht sagen, dass man seine Kinder nur mit Lutschern und Burgern ernähren soll. Die Dosis macht das Gift! Auf jeden Fall finde ich es sinnvoll, sein Kind auch an nicht so gesunde „Konsumgüter“ heranzuführen, damit es den Umgang damit lernen kann.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Wo bleibt der Genuss…?

Auch was Erwachsene für einen Zirkus aus dem Essen machen finde ich bedenklich. Wenn ich Lebensmittel analysieren, abwiegen und perfekt arrangieren muss (wegen Instagram und so) vergeht mir der Genuss. Essen als genussvolles, schönes Erlebnis gibt es quasi nicht mehr. Jede Mahlzeit muss zelebriert und präsentiert werden. In keiner Koch-Show sieht man sooft Bilder von Menüs wie auf Instagram und Co. Jedes Salatblatt wird perfekt arrangiert und in Szene gesetzt. Dann wird es noch ins richtige Licht gerückt und aus mehreren Perspektiven fotografiert. Salat kann nämlich schlecht selbst für ein tolles Foto posieren. Was die meisten damit bezwecken ist mir schleierhaft. Muss man der ganzen Socialmedia Gemeinde beweisen wie gesund man sich ernährt?

Ein köstliches Essen auf das ich richtig Lust habe, selbst gekocht, mit netten Menschen zusammen verzehrt… – was gibt es schöneres?

5 Gedanken zu “Hört auf euch (und eure Kinder) zu ernähren und fangt wieder an zu essen!

  1. Ich bin da ganz bei Dir! Ich hab zwar keine Kinder, aber man kann wirklich alles übertreiben. Ich bin auch mit normaler Ernährung groß geworden. Dasselbe gilt ja auch für das Thema Bakterien bzw. „sterile Reinigungsmittel“. Mir hat es nicht geschadet, dass ich in der Sandkiste auch mal Sand im Mund hatte 😉
    Natürlich können wir alle etwas auf unsere Ernährung achten, aber Essen sollte wirklich ein Genuß sein. Ich esse einfach wahnsinnig gern, und so soll es auch bleiben 🙂

    Viele liebe Grüße,

    Tabea

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  2. Na klar !!! Bei allen Sachen ist die goldene Mitte das wichtigste. Viele neigen heutezutage zu voller Übertreibung, gejagt durch viele Social – Media Bilder und Co., Ratgeber , div. TV- Programme. Dabei vergessen wir, wie schön es ist, mal Schokolade zu essen oder richtiges Eis aus Sahne & Zucker ☺️

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      1. Ja, es gibt noch zum Glück viele anderen, die sie so denken, wie wir . Aber manchmal kommt man sich vor, als ob man auf einem anderen Planeten gelandet wäre 😂 hab Ein schönes Wochenende 💁🏻‍♀️💁🏻‍♀️💁🏻‍♀️

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