Mama undercover – unterwegs als Mysteryshopper

Seit ich in Karenz bin, schauts in meinem Börserl meistens eher mager aus. Deswegen hab ich mich auf die Suche nach einer kleinen aber feinen Zusatzeinnahmequelle gemacht. Dabei bin ich auf etwas gestoßen, was ich vorher noch nicht kannte. Mysteryshopping. Damit sind Testeinkäufe gemeint, bei denen man sich als normaler Kunde ausgibt und ein Geschäft inkl. Mitarbeiter auf Herz und Nieren prüft.

Was sich für mich fast wie Schikane der Mitarbeiter anfühlt, scheint aber im Handel gang und gäbe zu sein. So hab ich mich gleich mal für ein paar Testkäufe eingetragen und los gings. Aber als ich die Instruktionen durchgelesen hab, beschlich mich irgendwie ein unangenehmes Gefühl. Mir war nie zuvor bewusst wie viele Dinge es gibt, an die sich Angestellte im Handel halten müssen.

Ich hatte schon zuvor Mitleid mit den Menschen im Handel, aber jemanden vorbeizuschicken der sich absichtlich blöd stellt und die Mitarbeiter auf Freundlichkeit prüft ist dann doch wirklich übertrieben. Das aller fieseste Szenario sind Testkäufe, bei denen man versuchen muss etwas zu klauen – das ist echt nicht witzig.

Wie dem auch sei. Ich hab mich also mit Kind und Kegel im Schlepptau aufgemacht, um einen Lebensmittel-, und einen Bekleidungsladen zu prüfen. Mit grundpositiver Einstellung – versteht sich. Im Lebensmittelladen bin ich dann auf eine Angestellte getroffen, die sichtlich abgeschlagen, müde und erkältet war. Sie machte den Eindruck, als wäre sie trotz Krankheit zur Arbeit gekommen. Ihre Motivation war denkbar gering.

Photo by Oleg Magni on Pexels.com

Als ich dann im Anschluss Zuhause am Coputer saß, und den ewig langen Fragebogen ausgefüllt habe ist mir was besonderes aufgefallen. Es gibt in dem Fragebogen zu jedem Thema 1000 Fragen, aber keine einzige Frage beschäftigt sich mit dem Thema, welchen Eindruck die Mitarbeiter gemacht haben in Bezug auf glücklich sein/gutes Arbeitsklima/persönliche Verfassung.

Ich hätte also jetzt im Fragebogen anklicken können: war nicht sehr bemüht, hat mich nicht von sich aus angesprochen, wirkte desinteressiert. Dann würde die Dame im Handel aber richtig Ärger bekommen, weil niemand wissen kann, warum sie so drauf war. Deshalb hab ich so ehrlich wie notwendig, und freundlich wie möglich bewertet.

Das Arbeiten mit Menschen ist kein Honigschlecken, schon garnicht im Handel, schon garnicht wenn man selbst halb krank und müde ist. Dort arbeiten Menschen mit Gefühlen, mit Kindern (?), mit guten und schlechten Tagen. Warum müssen sie also funktionieren wie Maschinen?

Je respektvoller man sich als Kunde im Geschäft verhält, umso freundlicher werden die Angestellten sein. Wenn ein Mitarbeiter nicht grüßt, tut es mir weh, wenn ich zuerst grüße? Vermutlich nicht! Ich habe schon öfters miterlebt, wie Verkäufer/innen von Kunden/innen herablassend behandelt wurden. Aber darüber gibts keine Fragebögen und Statistiken. Wir alle sind erwachsene Menschen mit gleichen Rechten und Pflichten. Eigentlich müsste ich als Kundin dankbar sein, einen Ansprechpartner vom Fach zu haben, der mich berät und beim Einkauf unterstützt.

Außerdem sollte man sich immer vor Augen halten: diese Menschen arbeiten täglich bis zu zwölf Stunden, morgends, abends, samstags, in den Ferien und an verkaufsoffenen Feiertagen. Und TROTZDEM sind die meisten Verkäufer noch super freundlich und bemüht. Das verdient meiner Meinung nach großem Respekt, ja eigentlich Hochachtung!

Ein Hoch auf all die fleißigen Menschen die im Handel arbeiten und uns mit Rat und Tat zur Seite stehen.! DANKE!

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